Borussia Dortmund treibt die sportliche Umstrukturierung weiter voran. Die „Schwarz-Gelben“ haben die Führungsriege um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc verstärkt. Nachdem Ex-Spieler und -Trainer Matthias Sammer bereits als externer Berater gewonnen werden konnte, wird mit Sebastian Kehl nun ein weiterer Ehemaliger zum BVB zurückkehren. Der Ex-Kapitän wird zur kommenden Saison Leiter der Lizenzspielerabteilung.


"BVB Champion 2010 / 2011" (CC BY 2.0) by Peter Fuchs

In der Wintertransferperiode der Saison 2001/02 wechselte Sebastian Kehl vom SC Freiburg nach Dortmund. Der defensive Mittelfeldspieler galt als talentierter Youngster und konnte sich mit seinen gerade einmal 22 Jahren schnell einen Stammplatz erarbeiten. Nach nur sechs Monaten konnte er die Meisterschale mit der Borussia in Empfang nehmen. Doch es folgte die allseits bekannte Talfahrt der Borussia. Sportlich lief es nicht rund, hinzu kamen finanzielle Probleme. Die Existenz des Klubs stand auf dem Spiel. Kehl aber verließ das sinkende Boot nicht und war stattdessen ein entscheidender Baustein für den Aufschwung unter Jürgen Klopp. Dieser machte Kehl schon kurz nach seiner Amtseinführung 2008 zum Kapitän. Kehl holte 2001 und 2012 mit dem BVB zwei weitere Deutsche Meisterschaften und 2012 den DFB Pokal. Im Jahr 2015 gab Kehl dann seinen Rücktritt vom aktiven Fußball bekannt und beendete seine Karriere.

Nun, drei Jahre später, kehrt Kehl an seine alte Wirkungsstätte zurück. Aufgrund seiner charakterlichen sowie fachlichen Eigenschaften scheint Kehl wie gemacht für ein Amt als Funktionär in Deutschland. Der Klub selbst weiß um die Fähigkeiten des neuen, alten Mannes und bezeichnete die Einigung als „hochkarätige Verstärkung“. Mit der Verpflichtung Kehls hofft man in Dortmund nun wieder auf bessere Zeiten. Bei Sport Wetten hat man aber nach wie vor meist die Rolle des Favoriten inne, und tatsächlich scheint der BVB mit dem ehemaligen Nationalspieler einen echten Glücksgriff gemacht zu haben. Kehl selbst hat seine Auszeit genutzt, um sich weiterzubilden. Nach einer Weltreise absolvierte er ein Studium im Bereich Sportmanagement und erwarb zudem die Trainer-A-Lizenz. Auch war er zuletzt als TV-Experte tätig. Die Dortmunder haben sich also einen sehr gut ausgebildeten Mann an Land gezogen, der zudem auf eine große Erfahrung als Profi zurückblicken kann. Ein weiterer Vorteil ist, das Kehl bereits den Verein, die Mitarbeiter und die meisten Spieler persönlich kennt. Es scheint so, als hätte man sich im verantwortlichen Bereich optimal für die Zukunft aufgestellt.



Kehl selbst kündigt an, gemeinsam mit seinen Mitstreitern neue Impulse setzen und etwas bewegen zu wollen, „damit die sportlichen Bedingungen und die nötige Atmosphäre für noch erfolgreicheren und möglichst attraktiven Fußball beim BVB geschaffen werden.“ Einer dieser Mitstreiter wird auch Matthias Sammer sein. Anders als Kehl wird der 50-Jährige aber nur in beratender Form tätig sein. Sammer verfügt unbestritten über eine hohe fachliche Kompetenz und ist vor allem als Mann bekannt, der auch in seinen bisherigen Jobs nicht davor zurückgeschreckt hat, unbequeme Dinge anzusprechen. Etwas, das in Dortmund zuletzt dringend vermisst wurde.

Mit seiner Expertise und Erfahrung soll Sammer nun nötigen Umbruch beim BVB begleiten. Auch bei der Trainerfrage wird er wohl Wörtchen mitreden. Wenig aber scheint dafür zu sprechen, dass man über die Saison hinaus mit Peter Stöger weitermachen wird.
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